Rallye Wittenberg 2026 – Tränen, 100% Teamgeist und der 2. Platz

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Fast hätte unsere Zusammenfassung so gelautet:

Die Rallye Wittenberg im Jahr 2026 war für uns vorbei, bevor wir überhaupt das Rallyezentrum erreichen konnten….

Doch der Teamgeist des MSC Wittenberg und seiner Freunde stand uns bei und wir konnten nicht nur starten, sondern der Pokal für den 2. Platz ging mit uns auf die Heimreise. 

Eine kleine Vorgeschichte:

Die Werkstatt, die eigentlich nur eine Achsvermessung ausführen sollte, hatte 2 Wochen vor der Rallye an unserem Schotterauto die Feuerlöschanlage durch einen dummen Fehler getestet. Okay, diese funktionierte wunderbar und hüllte den Motor- und Innenraum in Schaum. Zwar wurde versucht, alles zu reinigen, aber komplett erfolgreich war man scheinbar nicht wirklich. Ich hatte zwar vieles dann noch gesäubert aber mich leider auf die Aussage verlassen, dass der Zylinderkopf ordentlich getrocknet wurde.

Am Freitag ging es von unserer Unterkunft auf eigener Achse in Richtung des Rallyezentrums in der schönen Innenstadt zur Dokumentenabnahme. Der BMW fuhr immer schlechter und wir erreichten auf 2 Zylindern statt einem kraftvollen 4 Zylinderklang gerade noch so den Parkplatz des Rallyezentrums und der BMW quittierte mit einem Röcheln komplett seinen Dienst. An Anspringen war nicht mehr zu denken und wir hatten schon fast die Absage der Rallye mit Tränen unterschrieben.

Aber das Team hinter der Rallye Wittenberg hat uns nicht aufgegeben und Jana Dürr stellte den Kontakt zu hilfsbereiten Kollegen her. Gemeinsam entdeckten wir den Fehler, dass die Werkstatt zwar den Zylinderkopf gereinigt hatte, aber die Kerzenbohrungen unter den Kerzensteckern waren zunächst unsichtbar mit Wasser und Löschschaum gefüllt. Thomas Köppe, einer der Sponsoren mit seinem Auto-Center Köppe und Teammitglied, machte uns den Vorschlag, dass wir bei ihm die Werkstatt nutzen können. Gleichzeitig organisierte er die Ersatzteile (Zündspule von Tizian Stahl und Zündkabel von Ronny Broda, beide Fahrer in der schnellen Kategorie), die uns für die Rallye kostenfrei geliehen worden. Mike Peisker schleppte uns quer durch Wittenberg dahin und so ging es gemeinsam ans Werk, das Auto wieder in Schwung zu bringen. Nach Austausch und Saubermachen von Kontakten gelang es tatsächlich, dass unser BMW wieder so klang, wie er sollte. Als letztes Team am Freitag waren wir zum Schlusspfiff bei der Dokumentenabnahme, als vorletztes Team bei der technischen Abnahme und wir konnten uns 22:15 auf den Weg zur Unterkunft machen.

Beim Aufwachen am Samstag erhaschten wir noch einen tollen Blick auf die nebelumzogene Elbe und wir machten uns daran, den Aufschrieb für die 2 anspruchsvollen Prüfungen über Stock und Stein und zwischen Bäumen hindurch zu erstellen. Schon beim Abfahren war klar, das die Wege tief, steinig und nicht ohne ordentlich Schlupf auf den Antriebsrädern zu bewältigen sein werden. Aber genau das macht ja eine Rallye auf Schotter aus!

Die diesmal 10 Histo-Teilnehmer haben in Wittenberg den Vorteil, dass diese vor dem schnellen Feld fahren dürfen und so kamen wir in den tollen Genuss, dass wir zum einen sehr viel Zuspruch durch die Zuschauer bekommen haben als auch im Live-Stream der MZ eine Rolle spielten (Zu sehen hier).

Die erste Runde konnten wir sehr gut absolvieren, das in der Winterpause nochmals höher gesetzte Auto funktionierte nun perfekt und so standen wir auf Platz 4 im Regrouping knapp hinter den anderen AHRC Fahrern. 

Die zweite Runde war dann mit den ausgefahrenen Wegen und tiefen Löchern Stress pur für Fahrzeug und Besatzung, so dass auch im Histo-Feld einige Reifen zu wechseln waren, Teile vom Auspuff intensiven Austausch mit dem Boden pflegten oder Stoßdämpfer mit lauten Knall zerplatzten. Zum Glück hatte uns die Defekthexe nach Freitag nicht im Blick und wir sind dann glücklich und zufrieden ins Ziel gekommen. Ein Blick in die Platzierung zeigte, dass wir auch die Lichtschranken noch so gut getroffen haben, dass uns zur Überraschung der 2. Platz gelang. Mario und Kay waren nicht zu schlagen und hinter uns fuhr der Trabant mit der Besatzung Thomas und Michael auch mit aufs Podium.

Wir möchten uns bei den Organisatoren und Helfern der Rallye Wittenberg recht herzlich bedanken und wir können nur den Hut ziehen, dass sie mal wieder eine tolle Veranstaltung auf die Beine gestellt haben! 

Eines wissen wir schon heute: Wir kommen auf alle Fälle wieder und können nur jeden empfehlen, einmal die speziellen Prüfungen der Rallye Wittenberg zu fahren. Denn so macht Schotter richtig Spass!

 

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